Tom Lohner in der Schule

„Ich würde da kein blau nehmen“, sagt Tom Lohner zu Luca und Julia und gibt ihnen Tipps zur Farbgestaltung das Sommers. „Wir brauchen es ein bisschen satt“, ergänzt er, und die Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Realschule in Köln-Ehrenfeld scheinen zu wissen, was er meint. Seit Montag und noch bis Freitag arbeitet der Künstler Tom Lohner mit 8-Klässlern und Flüchtlingskindern, die über die Initiative „Willkommen in Raderthal“ dazu gekommen sind, in einem intensiven Workshop zum Thema Vier Jahreszeiten.

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Den Jugendlichen macht das mehr Spaß als der normale Unterricht, das geben sie offen zu und sind voll in ihrem Element wenn es darum geht, die Anregungen des österreichischen Künstlers umzusetzen. Vivaldis bekanntes Stück steht wohl eher nicht auf der Playlist der Schüler, denen das Benutzen ihrer Smartphones (natürlich nur zum Musikhören!) an diesen Workshop-Tagen in der Schule ausnahmsweise mal erlaubt ist.

 

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„Ich kenne die Vier Jahreszeiten schon aus der Grundschule“, sagt Melina und wir sind natürlich total begeistert! Gemeinsam mit ihrer Freundin Alliah ist sie gerade dabei, die Grundierung auf dem Bild zu vervollkommnen. Vier Farben für vier Jahreszeiten, die jetzt trocknen müssen. Danach wird Vivaldis Konterfei aufgetragen und Motive zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter werden ringsherum gestaltet.

In einem ersten Schritt hatten die Jugendlichen Skizzen gezeichnet, die sich am Plakatmotiv des Kölner Fest für Alte Musik orientieren.


Thomas Höft und Tom Lohner haben den Jugendlichen die Musik präsentiert und dazu angeregt, Vivaldis Komposition als Inspiration für ihre eigene Kunst zu verstehen. Das funktioniert perfekt! An großen Gruppentischen arbeiten die insgesamt 60 Jungen und Mädchen konzentriert und gut gelaunt.

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Zwischendurch immer wieder Fragen an Tom Lohner, der durch die drei Klassenräume läuft und auf alles eine Antwort zu haben scheint. „Du schaffst das schon“, sagt er immer wieder, wenn Zweifel an den eigenen Fähigkeiten aufkommen. Stella und Mert sind derweil damit beschäftigt, die Acrylfarbe aus Merts Winterjacke zu waschen – da muss man schnell sein, sonst geht’s nicht mehr raus, so Lohner. Kleine Pannen passieren eben, wenn man kreativ ist…

Tom Lohners Vivaldi-Portrait birgt Geschichten und Details, die man beim schnellen Betrachten seines Bildes nicht erkennt. Ein Spatz, der Blitze umklammert, eine Jagdszene, Spaziergänger auf dem Feld, ein Windrad, eine Eisblume – der Künstler verbindet gegenwärtige Assoziationen mit Motiven aus der Barockzeit. So finden sich zum Beispiel venezianische Ornamente in den Augen des Komponisten und seinen Hals schmücken Fenster aus dem Markusdom. Eingearbeitete originale Offset-Druckplatten erweisen der Vergangenheit Referenz.

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„Ein Bild muss wirken wie ein Rufzeichen in einer öden Landschaft“, so sein Credo und niemand wird leugnen, dass das Motiv des diesjährigen Festivals diese Wirkung erzielt. Auf die Frage, welcher Stilrichtung seine Kunst am besten zuzuordnen ist, mag Tom Lohner sich nicht eindeutig äußern. „Manche haben es Pop Surrealismus genannt, andere Urban Art. Fantastischer Neorealismus wäre auch irgendwie passend. Am liebsten wäre mir aber, ich könnte mit meiner Kunst irgendwo hinkommen, wo noch niemand war“.

 

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Am Freitag werden die fertigen Bilder der Schülerinnen und Schüler in der Geschwister-Scholl-Realschule präsentiert. Beim Eröffnungskonzert werden sie in den BALLONI Hallen zu sehen sein. Dann kommt ja auch Tom Lohner wieder und malt live zur Musik – wahrscheinlich ein Triptychon. Sein Vivaldi ist bereits verkauft. Ein Sammler aus Österreich hat das Bild erworben noch bevor wir selbst es im Original sehen konnten. Am 17. März zur Festival-Eröffnung wird das Bild aber in Köln eintreffen – als Leihgabe sozusagen. Das hat Tom Lohner uns fest versprochen.

Tickets für das Eröffnungskonzert gibt es unter 0221 – 98747379.

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